Kontoführung

Bankvollmacht: So erteilst du eine Vollmacht für dein Girokonto

10 Min. LesezeitAktualisiert am 30. Mai 2026Von Justus Ohde (Marketing Experte) LinkedIn

Eine Bankvollmacht sichert deine Finanzen für den Notfall ab, falls du durch Krankheit oder Unfall handlungsunfähig wirst. Damit erlaubst du einer Vertrauensperson, Bankgeschäfte wie Überweisungen für dich zu erledigen. Die Einrichtung ist unkompliziert, kostenlos und kann jederzeit widerrufen werden, um dein Konto in sicheren Händen zu wissen.

Was ist eine Bankvollmacht und warum ist sie wichtig?

Du regelst deine Finanzen gerne persönlich – und das ist auch gut so! Doch dazu gehört auch, sich frühzeitig Gedanken über den Fall der Fälle zu machen: Was passiert, wenn du plötzlich krank wirst oder einen Unfall hast? Wer kümmert sich dann um dein Konto, bezahlt die Miete und andere Rechnungen?

Eine Bankvollmacht ist hier eine sinnvolle und einfache Lösung. Stell dir vor, du gibst einem Freund den Schlüssel zu deiner Wohnung. Damit kann er jederzeit hineingehen und genau das tun, was du ihm erlaubt hast. Eine Bankvollmacht funktioniert ähnlich: Du übergibst einer vertrauten Person den „Schlüssel“ zu deinem Konto, damit sie in deinem Namen handeln kann.

Das ist für den Ernstfall wie Tod oder Krankheit wichtig – vor allem dann, wenn du mit deinem Partner kein Gemeinschaftskonto hast. Ohne eine Vollmacht kann es passieren, dass niemand auf dein Konto zugreifen kann, bis ein Gericht einen Betreuer bestellt oder die Erbfolge geklärt ist. Das kann Wochen oder sogar Monate dauern.

Bankvollmacht in 4 Schritten erstellen

Mit nur vier einfachen Schritten sorgst du dafür, dass deine Finanzen auch dann geregelt sind, wenn du selbst nicht handeln kannst.

Schritt 1: Wähle eine absolute Vertrauensperson

Die Wahl des Bevollmächtigten ist der wichtigste Schritt. Wähle jemanden, dem du uneingeschränkt vertraust – zum Beispiel ein Familienmitglied oder einen engen Freund. Die Person muss mindestens 18 Jahre alt und voll geschäftsfähig sein. Bedenke, dass diese Person weitreichenden Zugriff auf dein Vermögen erhält. Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) betont daher, wie entscheidend eine sorgfältige Auswahl ist, um Missbrauch vorzubeugen.

Schritt 2: Bestimme den Umfang der Vollmacht

Überlege, welche Bankgeschäfte die bevollmächtigte Person übernehmen soll – und auf welchen Konten. Du kannst entscheiden, ob die Person nur ein bestimmtes Konto (Kontovollmacht) oder alle deine Konten und Depots bei einer Bank (Bankvollmacht) verwalten darf.

Du kannst auch festlegen, ob sie nur für bestimmte Bankgeschäfte zuständig ist – zum Beispiel Überweisungen tätigen, aber kein Bargeld abheben. Auch der zeitliche Rahmen ist flexibel: Eine Vollmacht kann sofort, erst bei Eintritt eines bestimmten Ereignisses (z.B. Geschäftsunfähigkeit) oder erst im Todesfall wirksam werden.

Schritt 3: Fülle das richtige Formular aus

Viele Banken bieten die Möglichkeit, eine Bankvollmacht online zu erstellen oder ein Formular herunterzuladen – meist kostenlos. Dieses Vorgehen ist zu empfehlen, da die Banken ihre eigenen Formulare am schnellsten und ohne Rückfragen akzeptieren. Achte darauf, dass du es korrekt ausfüllst und unterschreibst.

Du kannst aber auch eine formlose Vollmacht schreiben. „Formlos“ bedeutet, dass du kein spezielles Bankformular brauchst – ein einfacher, selbst geschriebener Text reicht aus. Darin legst du einzeln fest, welche Bankgeschäfte deine Vertrauensperson übernehmen darf. So passt die Vollmacht genau zu deinen Wünschen.

Schritt 4: Informiere deine Vertrauensperson

Sprich offen mit der Person, die du bevollmächtigen möchtest. Stelle sicher, dass sie mit dieser Verantwortung einverstanden ist und alle nötigen Informationen hat, damit sie im Ernstfall schnell handeln kann. Dazu gehören:

  • Deine Bankdaten (IBAN, Bankname)
  • Ein Überblick über dein Konto bzw. deine Konten
  • Der Aufbewahrungsort der originalen Vollmachtsurkunde

Welche Arten von Bankvollmachten gibt es?

Je nachdem, wann und wie lange die Vollmacht gelten soll, unterscheidet man verschiedene Arten. Die richtige Wahl hängt ganz von deiner persönlichen Situation ab.

Art der VollmachtGültigkeitTypischer Anwendungsfall
Prämortale VollmachtGilt nur zu Lebzeiten und erlischt mit dem Tod.Geeignet, wenn nur eine Vertretung bei Krankheit oder Abwesenheit gewünscht ist, aber die Erben die Finanzen regeln sollen.
Transmortale VollmachtGilt zu Lebzeiten und über den Tod hinaus.Der Standardfall. Ermöglicht der Vertrauensperson, auch nach dem Tod laufende Rechnungen (z.B. für die Beerdigung) zu bezahlen.
Postmortale VollmachtTritt erst mit dem Tod in Kraft.Sinnvoll, um den Erben den Zugriff auf das Konto zu erleichtern, bevor ein Erbschein ausgestellt ist.

Eine Bankvollmacht ist eine wichtige Absicherung für dein Konto. Genauso wichtig sind aber gute Konditionen. Passt dein Girokonto noch zu dir? Vergleiche über 6.000 Girokonten in Deutschland und finde das Angebot, das dir die besten Leistungen ohne versteckte Kosten bietet.

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Bankvollmacht widerrufen: So einfach geht's

Und wenn du die Vollmacht nicht mehr brauchst? Ganz einfach: Deine Bankvollmacht kannst du jederzeit widerrufen – ohne Angabe von Gründen. Informiere einfach schriftlich deine Bank und idealerweise auch die bevollmächtigte Person, und die Vollmacht wird sofort ungültig. Es ist wichtig, dass du dir alle ausgehändigten Vollmachtsurkunden zurückgeben lässt. Du möchtest dein ganzes Konto auflösen? Wie das geht, erfährst du in unserem Ratgeber: Girokonto kündigen.

Fazit

Eine Bankvollmacht ist eine einfache, aber extrem wirkungsvolle Maßnahme zur Vorsorge. Sie stellt sicher, dass deine finanziellen Angelegenheiten auch dann in deinem Sinne geregelt werden, wenn du es selbst nicht mehr kannst. Mit wenigen Schritten gibst du einer Person deines Vertrauens die nötigen Werkzeuge an die Hand und schützt dich und deine Angehörigen vor bürokratischen Hürden im Ernstfall.

Die Inhalte dieses Ratgebers dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Wir empfehlen, für persönliche Finanzentscheidungen immer einen qualifizierten Berater hinzuzuziehen.

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