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SpaceX Aktie kaufen: Wie Anleger indirekt in das Raumfahrtunternehmen investieren

6 Min. LesezeitAktualisiert am 22. Mai 2026Von Serdar Yigitsoy (Bank Experte) LinkedIn

Warum ein direktes Investment vor dem Börsengang schwierig ist

Raumfahrtunternehmen wie SpaceX wecken bei vielen Anlegern große Fantasien. Doch solange ein Unternehmen nicht an der Börse notiert ist, bleibt der direkte Zugang zu Unternehmensanteilen für Privatanleger in der Regel verschlossen. Anteile werden vor einem sogenannten Initial Public Offering (IPO) meist nur auf speziellen Secondary-Plattformen gehandelt, die extrem hohe Mindestanlagesummen voraussetzen und sich an institutionelle Investoren richten.

Dennoch gibt es für Privatanleger Möglichkeiten, sich bereits vor einem möglichen Börsengang indirekt an solchen Tech-Giganten zu beteiligen. Diese Wege führen über spezielle Fondsstrukturen, Investmentgesellschaften oder börsennotierte Konzerne, die ihrerseits in das private Unternehmen investiert haben. Jeder dieser Wege bringt jedoch spezifische Kostenstrukturen und Risiken mit sich, die Anleger genau verstehen sollten.

Weg 1: Börsengehandelte Investmentgesellschaften

Eine Möglichkeit der indirekten Beteiligung bieten börsengehandelte Investmentgesellschaften, im angelsächsischen Raum oft als Investment Trusts bezeichnet. Diese Gesellschaften haben kein eigenes operatives Geschäft, sondern investieren das eingesammelte Kapital in ein Portfolio aus verschiedenen Unternehmen. Einige dieser Trusts mischen ihrem Portfolio gezielt Anteile von noch nicht börsennotierten Tech-Unternehmen bei.

Ein entscheidender Faktor bei Investment Trusts ist die Preisbildung. Da die Anteile des Trusts selbst an der Börse gehandelt werden, bestimmt sich ihr Preis durch Angebot und Nachfrage. Dieser Börsenkurs ist nicht zwingend identisch mit dem tatsächlichen Wert der im Portfolio enthaltenen Unternehmensbeteiligungen, dem sogenannten Nettoinventarwert (NAV).

Wenn die Nachfrage nach dem Trust sehr hoch ist, beispielsweise weil Anleger unbedingt an einem Hype-Thema partizipieren wollen, kann der Börsenkurs deutlich über dem NAV liegen. Man spricht dann von einem Aufschlag (Premium). Kaufen Anleger zu einem hohen Aufschlag, riskieren sie Verluste, selbst wenn sich die zugrunde liegenden Unternehmen positiv entwickeln, der Aufschlag aber abgebaut wird.

Weg 2: European Long-Term Investment Funds (ELTIFs)

Eine weitere Struktur, die Privatanlegern den Zugang zu Private Equity öffnen soll, sind die sogenannten ELTIFs. Diese Fonds investieren langfristig in Anlagen abseits der traditionellen Börsenmärkte. Im Gegensatz zu Investment Trusts gibt es hier in der Regel keine Diskrepanz zwischen dem Anteilswert und dem Nettoinventarwert, da die Anteile nicht fortlaufend an der Börse gehandelt werden.

Der fehlende Börsenhandel bringt jedoch einen großen Nachteil mit sich: Illiquidität. ELTIFs sind als langfristige Investments konzipiert. Anleger können ihre Anteile oft über Jahre hinweg nicht oder nur zu sehr stark eingeschränkten Bedingungen zurückgeben. Zudem können die Anbieter die Rücknahme von Anteilen in Krisenzeiten aussetzen.

Ein weiterer Kritikpunkt an ELTIFs sind die oft hohen Kosten. Neben einer jährlichen Verwaltungsgebühr, die deutlich über der von klassischen ETFs liegt, fallen häufig hohe Einstiegsgebühren und teilweise zusätzliche Erfolgsgebühren an. Diese Kostenstruktur schmälert die mögliche Rendite erheblich.

Weg 3: Beteiligte börsennotierte Konzerne

Die unkomplizierteste und liquideste Methode ist der Kauf von Aktien etablierter, börsennotierter Unternehmen, die ihrerseits frühzeitig in das private Zielunternehmen investiert haben. Große Technologiekonzerne treten häufig als strategische Investoren bei vielversprechenden Start-ups auf.

Der Vorteil dieser Methode liegt in der hohen Transparenz, der täglichen Handelbarkeit der Aktien und den geringen Transaktionskosten. Anleger benötigen keine speziellen Zugänge oder hohe Mindestsummen.

Der große Nachteil ist jedoch der Verwässerungseffekt. Selbst wenn ein Tech-Konzern eine Milliardensumme in ein privates Raumfahrtunternehmen investiert hat, macht diese Beteiligung im Verhältnis zum gigantischen Gesamtwert des Konzerns oft nur einen einstelligen Prozentbereich aus. Die Wertentwicklung der Aktie wird also primär vom Kerngeschäft des Konzerns bestimmt und nur zu einem winzigen Bruchteil vom Erfolg der indirekten Beteiligung.

Checkliste: Worauf Sie bei indirekten Investments achten sollten

Bevor Sie sich für ein Anlagevehikel entscheiden, um indirekt in private Unternehmen zu investieren, sollten Sie die folgenden Punkte kritisch prüfen:

  • Kostenstruktur prüfen: Wie hoch sind die laufenden Verwaltungskosten, Ausgabeaufschläge und mögliche Erfolgsgebühren?
  • NAV-Aufschlag kontrollieren: Handelt der Investment Trust aktuell mit einem hohen Aufschlag zum tatsächlichen Portfoliowert?
  • Liquidität bewerten: Wie schnell und zu welchen Bedingungen können Sie Ihre Anteile im Notfall wieder verkaufen?
  • Klumpenrisiko vermeiden: Wie stark ist das Vehikel diversifiziert? Besteht das Portfolio nur aus wenigen Unternehmen?
  • Verwässerung verstehen: Welchen prozentualen Anteil macht das gewünschte Zielunternehmen im Gesamtportfolio des Fonds oder Konzerns tatsächlich aus?

Häufige Fragen (FAQ)

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